Abgabgase bei Oldtimern- die richtige Verbrennung beginnt bei der Motoreinstellung

Wer einen Oldtimer fährt, weiß: Ein gut eingestellter Motor läuft nicht nur schöner, sondern verbrennt auch sauberer. Egal ob Vergaser oder Einspritzanlage – die Grundlagen der Verbrennung sind immer gleich. In diesem Beitrag schauen wir uns an, was Abgaswerte wirklich aussagen, warum CO₂ der wichtigste Wert ist und welche HC- und CO-Werte ein gesunder Motor ohne Katalysator erreichen kann.


Im Ottomotor treffen drei Dinge aufeinander:

    • Luft (Sauerstoff)

    • Kraftstoff (Benzin)

    • Zündfunke

Nur wenn Mischungsverhältnis, Zündzeitpunkt und mechanischer Zustand passen, läuft die Verbrennung vollständig und effizient. Eine schlechte Einstellung führt nicht nur zu Leistungsverlust, sondern auch zu:

    • hohem Verbrauch

    • starkem Benzingeruch

    • verrußten Kerzen

    • schlechten Abgaswerten

👉 Abgasmessung ist deshalb kein Umwelt-Gag, sondern ein hervorragendes Diagnosewerkzeug.


Das stöchiometrische Luft-Kraftstoff-Verhältnis für Benzin liegt bei:

14,7 : 1
(14,7 Teile Luft auf 1 Teil Kraftstoff)

Das bedeutet:

    • Genau so viel Luft ist vorhanden, um den Kraftstoff theoretisch vollständig zu verbrennen

    • Dieser Punkt entspricht Lambda = 1,0

⚠️ Wichtig:
Ein Oldtimer muss nicht exakt auf Lambda 1 laufen. Viele Motoren laufen minimal fetter einfach besser, kühler und haltbarer.


Warum CO₂ so wichtig ist

CO₂ entsteht nur bei vollständiger Verbrennung.
Je höher der CO₂-Gehalt, desto besser nutzt der Motor den Kraftstoff.

👉 Für Oldtimer gilt:

    • Optimaler CO₂-Wert: ca. 13,5 – 14,5 %

    • Idealpunkt: ~14 % CO₂

Dieser Bereich zeigt:

    • gute Gemischaufbereitung

    • vollständige Verbrennung

    • optimale Motoreinstellung

💡 Ein hoher CO₂-Wert ist gut!
Das wird oft missverstanden.


CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung, meist durch:

    • zu fettes Gemisch

    • schlechte Zerstäubung

    • falschen Zündzeitpunkt

Gesetzliche Richtwerte (ohne Katalysator)

Je nach Baujahr gelten unterschiedliche Grenzwerte, typisch sind:

    • Leerlauf: bis ca. 4,5 Vol.%

    • Gut eingestellter Oldtimer: 0,5 – 2,5 Vol.%

👉 Praxis:

    • Sehr niedriger CO-Wert bedeutet nicht automatisch „gut“

    • Oft läuft der Motor dann zu mager → schlechte Fahrbarkeit, hohe Temperaturen


HC-Werte zeigen an, wie viel Kraftstoff unverbrannt durch den Motor geht.

Hohe HC-Werte entstehen durch:

    • Zündaussetzer

    • falsches Gemisch

    • verschlissene Ventile

    • schlechte Kompression

    • falschen Zündzeitpunkt

Was schafft ein guter Motor ohne Kat?

    • Sehr guter Zustand: unter 200 ppm

    • Gut & alltagstauglich: 200 – 400 ppm

    • Über 600 ppm: Hinweis auf Probleme

👉 HC ist der beste Frühwarnwert für mechanische oder zündungsseitige Probleme.


Lambda beschreibt das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff:

    • Lambda < 1,0 → fettes Gemisch

    • Lambda = 1,0 → stöchiometrisch

    • Lambda > 1,0 → mageres Gemisch

Wichtiger Hinweis zu Bosch-Abgastestern

⚠️ Bei klassischen Bosch-Abgastestern wird Lambda nicht direkt gemessen!

    • Lambda wird aus CO, CO₂, O₂ und HC errechnet

    • Es ist ein Rechenwert, kein Sensorsignal

    • Besonders bei Oldtimern kann dieser Wert ungenau oder irreführend sein

👉 Deshalb:
CO₂ und CO sind für die Einstellung wichtiger als der Lambda-Wert allein.


Ob:

    • Weber, Solex, Zenith

    • K-Jetronic, L-Jetronic, D-Jetronic

Die Regeln sind gleich:

    • richtige Kraftstoffmenge

    • saubere Zerstäubung

    • korrekter Zündzeitpunkt

    • gesunder Motor

💡 Abgasmessung zeigt dir, ob alles zusammenpasst – unabhängig vom System.


Ein sauber eingestellter Oldtimer:

    • läuft ruhiger

    • verbraucht weniger

    • riecht nicht nach Rohbenzin

    • hat CO₂ um 14 %

    • niedrige HC-Werte

    • moderaten CO-Wert

👉 Nicht blind auf Lambda schauen.
👉 CO₂ ist der Schlüssel zur optimalen Verbrennung.