Wer einen Oldtimer fährt, weiß: Ein gut eingestellter Motor läuft nicht nur schöner, sondern verbrennt auch sauberer. Egal ob Vergaser oder Einspritzanlage – die Grundlagen der Verbrennung sind immer gleich. In diesem Beitrag schauen wir uns an, was Abgaswerte wirklich aussagen, warum CO₂ der wichtigste Wert ist und welche HC- und CO-Werte ein gesunder Motor ohne Katalysator erreichen kann.
1. Verbrennung – das Herz des Motors
Im Ottomotor treffen drei Dinge aufeinander:
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- Luft (Sauerstoff)
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- Kraftstoff (Benzin)
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- Zündfunke
Nur wenn Mischungsverhältnis, Zündzeitpunkt und mechanischer Zustand passen, läuft die Verbrennung vollständig und effizient. Eine schlechte Einstellung führt nicht nur zu Leistungsverlust, sondern auch zu:
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- hohem Verbrauch
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- starkem Benzingeruch
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- verrußten Kerzen
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- schlechten Abgaswerten
Abgasmessung ist deshalb kein Umwelt-Gag, sondern ein hervorragendes Diagnosewerkzeug.
2. Das stöchiometrische Verhältnis – die Grundlage
Das stöchiometrische Luft-Kraftstoff-Verhältnis für Benzin liegt bei:
14,7 : 1
(14,7 Teile Luft auf 1 Teil Kraftstoff)
Das bedeutet:
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- Genau so viel Luft ist vorhanden, um den Kraftstoff theoretisch vollständig zu verbrennen
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- Dieser Punkt entspricht Lambda = 1,0
Wichtig:
Ein Oldtimer muss nicht exakt auf Lambda 1 laufen. Viele Motoren laufen minimal fetter einfach besser, kühler und haltbarer.
3. CO₂ – der wichtigste Wert überhaupt
Warum CO₂ so wichtig ist
CO₂ entsteht nur bei vollständiger Verbrennung.
Je höher der CO₂-Gehalt, desto besser nutzt der Motor den Kraftstoff.
Für Oldtimer gilt:
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- Optimaler CO₂-Wert: ca. 13,5 – 14,5 %
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- Idealpunkt: ~14 % CO₂
Dieser Bereich zeigt:
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- gute Gemischaufbereitung
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- vollständige Verbrennung
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- optimale Motoreinstellung
Ein hoher CO₂-Wert ist gut!
Das wird oft missverstanden.
4. CO – Kohlenmonoxid (Gift & Indikator)
CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung, meist durch:
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- zu fettes Gemisch
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- schlechte Zerstäubung
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- falschen Zündzeitpunkt
Gesetzliche Richtwerte (ohne Katalysator)
Je nach Baujahr gelten unterschiedliche Grenzwerte, typisch sind:
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- Leerlauf: bis ca. 4,5 Vol.%
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- Gut eingestellter Oldtimer: 0,5 – 2,5 Vol.%
Praxis:
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- Sehr niedriger CO-Wert bedeutet nicht automatisch „gut“
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- Oft läuft der Motor dann zu mager → schlechte Fahrbarkeit, hohe Temperaturen
5. HC – unverbrannte Kohlenwasserstoffe
HC-Werte zeigen an, wie viel Kraftstoff unverbrannt durch den Motor geht.
Hohe HC-Werte entstehen durch:
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- Zündaussetzer
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- falsches Gemisch
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- verschlissene Ventile
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- schlechte Kompression
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- falschen Zündzeitpunkt
Was schafft ein guter Motor ohne Kat?
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- Sehr guter Zustand: unter 200 ppm
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- Gut & alltagstauglich: 200 – 400 ppm
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- Über 600 ppm: Hinweis auf Probleme
HC ist der beste Frühwarnwert für mechanische oder zündungsseitige Probleme.
6. Lambda – wichtig, aber richtig verstehen
Lambda beschreibt das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff:
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- Lambda < 1,0 → fettes Gemisch
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- Lambda = 1,0 → stöchiometrisch
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- Lambda > 1,0 → mageres Gemisch
Wichtiger Hinweis zu Bosch-Abgastestern
Bei klassischen Bosch-Abgastestern wird Lambda nicht direkt gemessen!
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- Lambda wird aus CO, CO₂, O₂ und HC errechnet
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- Es ist ein Rechenwert, kein Sensorsignal
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- Besonders bei Oldtimern kann dieser Wert ungenau oder irreführend sein
Deshalb:
CO₂ und CO sind für die Einstellung wichtiger als der Lambda-Wert allein.
7. Vergaser oder Einspritzung – kein Unterschied in der Physik
Ob:
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- Weber, Solex, Zenith
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- K-Jetronic, L-Jetronic, D-Jetronic
Die Regeln sind gleich:
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- richtige Kraftstoffmenge
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- saubere Zerstäubung
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- korrekter Zündzeitpunkt
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- gesunder Motor
Abgasmessung zeigt dir, ob alles zusammenpasst – unabhängig vom System.
Fazit: Abgaswerte sind dein bester Freund
Ein sauber eingestellter Oldtimer:
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- läuft ruhiger
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- verbraucht weniger
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- riecht nicht nach Rohbenzin
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- hat CO₂ um 14 %
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- niedrige HC-Werte
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- moderaten CO-Wert
Nicht blind auf Lambda schauen.
CO₂ ist der Schlüssel zur optimalen Verbrennung.

